Nähen der Umwelt zuliebe

Warum Anna und Johanna ihre Produkte nachhaltig und plastikfrei produzieren, wohin sie wollen und warum sie überhaupt angefangen haben.

  

Die zwei Wahl-Innsbruckerinnen Anna und Johanna sind „For People Who Care“ - und wie der Name schon sagt, geht es bei ihrem Label darum nachhaltig mit Ressourcen umzugehen. Selbstverständlich werden alle Produkte ohne Plastik produziert und verpackt.

Vor zwei Jahren haben die beiden zu Hause im Gästezimmer mit dem Nähen angefangen. Entstanden sind Stoffbeutel mit Reststoffen aus der Industrie, die ansonsten im Müll gelandet wären. In Corona-Zeiten kamen dann natürlich auch Masken dazu. Zuletzt standen auf 17 m² vier Nähmaschinen, ein großer Schneidetisch, Regale und Kleiderstangen. Zu viel für den kleinen Raum.

In ihrer neuen Werkstatt in der Mentlgasse die sie feierlich am 23.6. eröffnet haben, ist nun viel Platz für mittlerweile fünf Nähmaschinen, das Lager, einen Showroom, der ab Juli immer Montag von 16-20 Uhr geöffnet ist und auch für weitere Mitarbeiter.

Kennengelernt haben sich die Polin und die Nürnbergerin in Berlin, als Johanna dort Medizin studiert hat und Anna ihren Lebensunterhalt als professionelle Pokerspielerin verdiente. Gemeinsam gingen sie dann 2017 nach Innsbruck, wo Anna bereits mit 16 Jahren in der Riesengasse gewohnt hatte. (- was für ein Zufall 😊)

Gerade erst haben sie über Startnext ihre Bauchtasche „Pinerka“ aus Pinatex (Ananas-Leder) erfolgreich finanzieren können. An die 100 Stück wurden vorbestellt und werden bis Herbst in einer polnischen Schneiderei produziert. – Warum Polen? Anna stammt aus Polen und hat dort noch viele Freunde in der Modebrache. Da liegt es nahe, diese Kontakte und ihre Sprachkenntnisse zu nützen. Nach vielen Probestücken und zwei Jahren Vorbereitung haben sie in der fünften Schneiderei endlich den perfekten Partner für die Herstellung der „Pinerka“ gefunden.

Auch das Waschpapier – eine Zellulose-Kautschuk-Mischung, die reißfest, extrem robust und waschbar ist – beziehen die beiden aus einer Fabrik in Polen. Hier wird das „Stoffpapier“ in beliebigen Farben gefärbt. Daraus entstehen dann große Taschen oder Behälter in verschiedenen Größen. Übrigens wird mit jedem verkauften Produkt ein umweltrelevantes Projekt unterstützt - mit den Produkten aus Waschpapier beispielsweise wird Regenwald gepflanzt.

Johanna wickelt im Hintergrund alles Organisatorische neben ihrem Beruf als Anästhesistin ab und beteiligt sich an Produktentwicklungen, Social Media und dem Aufbau der Marke.

Für die nächste Zeit haben sie sich viel vorgenommen. Die Behälter wollen den B2B Bereich erobern. Derzeit werden die Behälter noch mit einer Lasergravur in der Werkstätte Wattens veredelt. Die nächste Investition soll ein eigener Laser werden mit dem z.B. Brotkörbe beliebig gebrandet werden können. Ein weiterer Schritt um die komplette Produktion und Veredelung aller Produkte nach Innsbruck zu verlagern.

Wir sind uns sicher: Anna und Johanna wird es in den nächsten Jahren garantiert nicht langweilig werden.

Für euch haben wir uns auch einiges überlegt. Als Monatsaktion wird es -10% auf alle Behälter geben und beim DIY zeigen wir euch, wie ihr aus einer alten Jeans selbst ein Utensilo nähen könnt. Gewinnen könnt ihr am Monatsende natürlich auch wieder etwas, aber was wir drei uns hier überlegt haben, das verraten wir noch nicht.